Kopfschmerzen in der Stirn können das Wohlbefinden von Betroffenen maßgeblich beeinflussen – insbesondere wenn die Schmerzen dauerhaft auftreten oder sehr intensiv sind, leidet die Lebensqualität erheblich darunter.

Während manche Ursachen harmlos sind und keiner weiteren Therapie bedürfen, können die Schmerzen auch auf schwerwiegendere Krankheiten aufmerksam machen. Deshalb ist es wichtig, dass starke oder regelmäßige Beschwerden von einem Arzt geklärt werden.

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Was sind Stirnkopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung. Bei ihnen handelt es sich um ein Symptom einer anderen Krankheit, die diagnostiziert werden muss, um die Beschwerden dauerhaft zu beseitigen. Die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten verschafft zwar Abhilfe, richtet jedoch nichts gegen die zugrunde liegende Erkrankung aus.

Die Ursachen von Kopfschmerzen in der Stirn sind dabei so vielfältig wie der Schmerz an sich. Betroffene beschreiben die Empfindung als drückend oder spannend, andere bezeichnen sie als Gesichtsschmerz. Unter Stirnschmerzen fallen generell alle Schmerzen, die unterhalb des Haaransatzes auftreten.

 

Migräne als Ursache für Kopfschmerzen im Stirnbereich

Migräne tritt bei etwa jedem zehnten Menschen auf, wodurch die Krankheit unter die Kategorie Volkskrankheit fällt. Neben sehr starken Schmerzen äußert sie sich zudem durch Übelkeit, Erbrechen und einer Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Lichten und Gerüchen.

Das Krankheitsbild staffelt sich in mehrere Phasen. Zu Beginn verspüren Betroffene vermehrt neurologische und psychische Beschwerden in Form von Geruchsempfindlichkeiten und Müdigkeit. Anschließend treten Wahrnehmungsstörungen ein, die sich in den meisten Fällen um das Sehen ranken (Augen Migräne). Möglich ist jedoch auch die Einschränkung des Sprachvermögens, bis hin zu Lähmungen. Die Auraphase mündet schließlich in der Kopfschmerzphase.

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Die Schmerzen treten im Bereich von Stirn und Schläfen auf, wobei sehr oft nur eine Gesichtshälfte betroffen ist. Körperliche Bewegung sorgt dafür, dass die Kopfschmerzen in der Stirn intensiver werden, während Dunkelheit und Ruhe sie lindert. Der Rückgang des Anfalls ist oft mit der Erschöpfung und Anspannung des Betroffenen verbunden.

Warum genau Migräne entsteht, ist bisher noch nicht eindeutig erforscht. Stattdessen wurden mittlerweile Faktoren herausgearbeitet, die das Entstehen eines Migräne-Anfalles begünstigen sollen. Zu diesen gehören Schlafmangel, Stress, hormonelle Begebenheiten, Koffeinentzug und bestimmte Lebensmittel, die von dem Betroffenen nicht adäquat vertragen werden.

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Entspannungsmethoden wie Yoga können sehr effektiv gegen Migräne-Attacken sein (Bildquelle: Jürgen Reitböck / pixelio.de)

Migräne-Anfälle werden zunächst mit Medikamenten behandelt, welche die Lebensqualität wiederherstellen und den Schmerz sowie potentielle weitere Symptome abschaffen soll. Betroffene können durchaus zunächst zu Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac greifen.

Treten Migräne-Anfalle vermehrt auf, sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll. Neben bestimmten Medikamenten empfehlen sich hier auch Entspannungsmethoden, Ausdauersportarten, Stressvermeidung und Akupunktur.

 

Kopfschmerzen in der Stirn durch Stirnhöhlenentzündung

Die Stirnhöhle ist Teil der Nasennebenhöhlen und steht mit dem mittleren Nasengang in Verbindung. Bei Erkrankungen der Nase ist es somit auch möglich, dass eine Entzündung der Stirnhöhle auftritt. Eine Stirnhöhlenentzündung ist relativ selten, löst jedoch starke Stirnschmerzen bei dem Betroffenen aus. Zunächst äußert sich die Erkrankung mit Fieber, Schnupfen, Müdigkeit, Schlappheit und Stirnkopfschmerzen. Meistens ist die Nase zu oder es gelangt eitriger Ausfluss aus der Nase hervor.

Die Kopfschmerzen in der Stirn werden stärker, wenn Patienten sich nach vorne neigen oder Druck auf die schmerzenden Regionen verüben. Vorhandene Gerüche werden nicht selten verändert wahrgenommen, Abzesse am Oberlid, entzündete Augenhöhlen, Hirnhautentzündungen und Hirnabzesse sind mögliche Komplikationen.

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Verursacht wird eine Stirnhöhlenentzündung durch unterschiedliche Faktoren. Zu diesen gehört eine Belüftungsstörung der Stirnhöhle, die meistens chronisch auftritt – beispielsweise aufgrund einer starken Nasenscheidewandkrümmung oder sehr intensiv ausgeprägten Polypen.

Verantwortlich für die Kopfschmerzen im Stirnbereich können auch Bakterien und Viren für die Entzündung sein. In seltenen Fällen sind Pilze schuld.

Die Stirnkopfschmerzen entstehen innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters, meistens innerhalb weniger Stunden. Dabei fühlen sie sich stechend oder pulsierend an. Die Behandlung dreht sich darum, den Eiter in der Stirnhöhle zu beseitigen und die Lüftung wieder herzustellen. Hier helfen Medikamente mit einer abschwellenden Wirkung und Antibiotika. In sehr schweren Fällen wird eine Operation notwendig.

Unterstützend wirken während des Heilungsprozesses ätherische Öle wie Myrte, welches entzündungslindernd ist oder die Wurzel von Schlüsselblumen. Diese helfen dabei, die Atemwege zu befreien, indem sie das Sekret in seiner Konsistenz so beeinflussen, dass es besser abfließen kann. Um die Schwellung der Schleimhäute abklingen zu lassen, kann ein Dampfbad aus Thymian, Kamille und Lavendel angewendet werden. Dennoch sollte bei Verdacht einer Stirnhöhlenentzündung ein Arzt aufgesucht werden. Die Hausmittel stellen eher eine begleitende Behandlung dar.

 

Kopfschmerzen Stirn – Ursache Trigeminusneuralgie

Wie im gesamten Körper befinden sich auch im Gesicht zahlreiche Nerven. Diese können bei Entzündungen oder anderen Beeinträchtigungen ebenfalls Schmerzen im Stirnbereich auslösen. Dabei gelten die Beschwerden als eine der stärksten Schmerzen. Ihr Auftreten erfolgt in kurzen Attacken, die meistens nur wenige Sekunden beanspruchen. Zwischen den Attacken verspüren Betroffene keine Beschwerden, es ist jedoch möglich, dass die Attacken hundert Mal am Tag erscheinen.

Jörg Brinckheger / pixelio.de

Bildquelle: Jörg Brinckheger / pixelio.de

Der Schmerz entsteht durch die Schädigung oder Reizung des Gesichtnerves, wodurch die Hülle des Nerves ihre Funktion verliert und ein blitzartiger Stirnschmerz auftritt. Beeinträchtigt wird der Nerv durch Blutgefäße. Wenn diese sich in ihrer Form verändern, können sie den Nerv einklemmen und zu Entzündungen und Reizen führen.

Möglich ist auch die Existenz von Tumoren, Multipler Sklerose oder einem Schlaganfall. In den meisten Fällen drückt bei dieser Form der Stirnkopfschmerzen jedoch Gewebe (zum Beispiel in Form von Blutgefäßen oder Tumoren) auf den Nerv.

Zunächst wird die Erkrankung mit Medikamenten behandelt. Erst, wenn diese keine Wirkung erzielen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Bestehen Tumoren oder Multiple Sklerose, so muss diese zunächst durch eine eigenständige Therapie beseitigt werden, damit der Nerv nicht mehr gereizt und die Stirnkopfschmerzen somit eine Milderung erfahren.

Herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen sind bei Trigeminusneuralgie aufgrund der Intensität nicht wirkungsvoll. Stattdessen wird eine Langzeittherapie angestrebt. Für diese wird beispielweise Carbamazepin verwendet. Die Einnahme des Medikaments soll weitereStirnschmerz- Attacken verhindern und wird solange in der Dosierung erhöht, bis der Betroffene keine Beschwerden mehr verspürt.

 

Cluster-Kopfschmerz in der Stirn

Starke Schmerzattacken im Stirnbereich sind auch typisch bei Cluster-Kopfschmerzen. In einem großen Teil der Fälle werden die Beschwerden einseitig wahrgenommen. Die Attacken äußern sich mehrmals am Tag und nehmen ungefähr 15 bis 180 Minuten in Anspruch. Oft werden sie von tränenden Augen, vermehrter Schweißproduktion, Rötungen und einer laufenden Nase begleitet. Das Auftreten der weiteren Symptome wird durch den Kopfschmerz an sich verursacht.

Der Schmerz tritt in einer sehr hohen Intensität auf, so kommt es vermehrt bei Betroffenen zu Depressionen. Zwischen den Episoden können Monate verstreichen, dennoch wird die Lebensqualität von Betroffenen maßgeblich beeinträchtigt. Patienten beschreiben den Schmerz als bohrend und schneidend. Er entsteht fast immer zur gleichen Uhrzeit und kommt vermehrt im Herbst und Frühling vor. Betroffene weisen eine verengte Pupille und oft extreme Unruhe auf. Im Gegensatz zu Migränepatienten suchen sie während eines Anfalles nur selten einen ruhigen Ort auf.

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Zum Leidwesen der Betroffenen sind herkömmliche Schmerzmittel meist wirkungslos gegen Cluster-Kopfschmerzen (Bildquelle: Lupo / pixelio.de)

Die genauen Ursachen, welche zum Cluster-Kopfschmerz führen, sind bisher noch nicht erforscht. Einige Mediziner vermuten jedoch eine Störung biologischer Rhythmen. Zurückgeführt wird diese Theorie darauf, dass die Beschwerden regelmäßig zur gleichen Zeit auftreten. In Diskussion ist zudem eine erbliche Komponente, welche Cluster-Kopfschmerzen zu einer genetisch bedingten Erkrankung machen.

Die korrekte Behandlung dieser Form der Stirnkopfschmerzen ist meist langwierig und kompliziert. Herkömmliche Schmerzmittel können gegen das Ausmaß der Beschwerden nichts ausrichten. Mit bestimmten Medikamenten ist es jedoch möglich, die Schmerzen zu unterdrücken. Während die Intensität und die Häufigkeit des Auftretens durch eine solche Behandlung reduziert werden können, behandeln diese nicht die zugrunde liegende Ursache. Häufig verschrieben wird in diesem Rahmen Verapamil. Weniger wirkungsvoll sind Lithium, Topiramat und Methysergid. Darüber hinaus lösen sie zahlreiche Nebenwirkungen aus, was erklärt, weshalb die erste Wahl zunächst auf Verapamil fällt.

Bei akuten Anfällen helfen Triptane. Diese sind oftmals in Aminosäure-Präparaten enthalten. Außerdem kann der Wirkstoff bei besonder schweren Fällen auch injiziert oder als Nasenspray verabreicht werden. Diese Maßnahmen können jedoch nicht präventiv Cluster-Kopfschmerzen in der Stirn verhindern. Zudem ist es möglich, eine Attacke durch das Einatmen reinen Sauerstoffs zu lindern oder durch lokale Betäubungsmittel.

Versagen sämtliche medikamentösen Ansätze, können Patienten mittlerweile auch operiert werden. Weil die genaue Entstehung jedoch weiterhin unbekannt ist, erfolgt ein solcher Einsatz unter experimentellen Bedingungen, es existieren bisher keine Langzeitbeobachtungen. In einem großen Teil der Fälle schlagen die Medikamente jedoch an. Während sie die spezifische Ursache nicht beseitigen, ermöglichen sie es Patienten jedoch, ihre Lebensqualität zu erhalten.